Takedown Time #1: Holger Appel und der Diesel

Heute erreichte mich ein Link zu einem Kommentar, welcher in DEM Qualitätsmedium der Qualitätsmedien erschien, der FAZ. Während ich gerne die FAZ lese und immer noch überzeugt bin, dass sie eine der besseren Printmedien in Deutschland ist, bin ich immer wieder erstaunt, was für Wurzelzwerge dort offensichtlich in der Redaktion rumturnen…

Einer dieser Wurzelzwerge ist Holger Appel (http://www.faz.net/redaktion/holger-appel-11104016.html), seines Zeichens Redakteur für Motor & Technik sowie Wirtschaft. Holger Appel tut sich immer wieder mit fundierten Argumenten hervor, sein neuster Kommentar zum Diesel schießt allerdings eine außerordentlich große Anzahl an Vögeln ab…

Hier ein Link zu seinem Kommentar mit dem Titel “Rußmord” (sehr kreativ): http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/verbot-fuer-diesel-fahrzeuge-sabotiert-klimaschutzplan-14906439.html

Das Argument scheint zu sein, dass die Fahrverbote für Diesel die Erfüllung der Klimaziele erschweren könnten. Oder so. Nebenbei bekommt auch noch die Umwelthilfe ihr Fett weg. Und überhaupt: Die Attacke auf das Auto und die damit verbundene Freiheit von Seiten der Baumumarmer ist generell irgendwie blöd. Nun ja.

Nun ist aber das ganze Ding mit dem Klima ist wohl laut Herrn Appel doch kein soooo großes Problem:

Nun emittieren Verbrennungsmotoren auch das vermeintliche Treibhausgas Kohlendioxid.

Vermeintlich? Damit hat sich der gute Mann schon disqualifiziert. Aber vielleicht nur ein Fehler? Schauen wir mal, was es hier sonst so gibt und fangen am Anfang an:

Das hätte sich niemand träumen lassen. Volkswagen legt den Ball auf den Elfmeterpunkt, und die Politik versenkt ihn im Tor. Man könnte auch sagen: in das von Wolfsburg geschaufelte Grab. Falls noch jemand mit dem Gedanken gespielt hat, sich einen Diesel zu kaufen, wird er nun endgültig zweifeln, zögern, zurückschrecken.

Soweit tragbar, wenn auch etwas reißerisch. Der arme Automobilkäufer liegt zitternd in der Ecke…

Die grün-schwarze Regierung in Stuttgart will als erste ein Einfahrverbot für Privatautos mit Dieselmotor in die Innenstadt verhängen. München überlegt unter dem Druck von Gerichtsurteilen zu folgen.

Akzeptiert. Jetzt geht es aber los:

Einmal heißt es, man müsse des Feinstaubs Herr werden. Im anderen Fall gilt die enteignende Maßnahme dem Stickoxid.

Falsch. Ich zitiere aus der Pressemitteilung der Landesregierung BaWü (https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/massnahmenpaket-zur-verbesserung-der-luftqualitaet-in-stuttgart/):

„Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass eine schnellstmögliche Einhaltung der Grenzwerte von Feinstaub PM10 und Stickstoffdioxid (NO2) bis zum Jahr 2020 in Stuttgart nur mit einem umfangreichen Maßnahmenbündel zur Reduktion der Verkehrsmenge und zur Verringerung der Abgasemissionen erreicht werden kann.“

Also nicht mal das eine, dann das andere, sondern beides gleichzeitig.

Im Falle München und Verwaltungsgerichtsurteil: NOx und Feinstaub. (http://www.duh.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Beschluss_VG_Muenchen_DUH_2016-06-29_01.pdf)

Schon das zeigt das Dilemma: Zwischen den Schadstoffen wird nicht mehr unterschieden, weder in der politischen Diskussion noch in der öffentlichen. Wo sie herkommen, fragt auch niemand mehr.

Ach was? Das Argument scheint zu sein, dass der Verkehr (bzw. PKW Diesel) einen vernachlässigbaren Beitrag zu den Schadstoffemissionen leistet. Oder verstehe ich das falsch? Schauen wir mal, ob da was dran ist (https://www.umweltbundesamt.de/daten/luftbelastung/luftschadstoff-emissionen-in-deutschland/stickstoffoxid-emissionen#textpart-1):

Der Verkehr ist offensichtlich für einen Großteil der (sinkenden) NOx-Emissionen verantwortlich. Aber vielleicht meinte der gute Herr Appel Feinstaub? Das Umweltbundesamt veröffentlicht hierzu (Verkehr jeweils in blau)

für PM10 (https://www.umweltbundesamt.de/daten/luftbelastung/luftschadstoff-emissionen-in-deutschland/emission-von-feinstaub-der-partikelgroesse-pm10#textpart-1) und

für PM2.5 (https://www.umweltbundesamt.de/daten/luftbelastung/luftschadstoff-emissionen-in-deutschland/emission-von-feinstaub-der-partikelgroesse-pm25#textpart-1). Gerade also bei PM2.5, aber auch bei PM10, ist der Anteil des Verkehrs an den Emissionen zwar nicht so groß wie bei NOx, aber immer noch signifikant.

Schauen wir doch mal, was z.B. die Baumumarmtendenzen eher unverdächtige DIHK zur Verteilung zwischen den Quellen im Verkehr zu sagen hat (http://www.dihk.de/themenfelder/innovation-und-umwelt/info/fakten/faktenpapier-saubere-luft.pdf/at_download/file?mdate=1488204371063):

„Diesel-Pkw sind für fast 70 Prozent der verkehrsbedingten NO2-Immissionen in Städten verantwortlich. Die Stickoxid-Emissionen von Nutzfahrzeugen konnten seit dem Jahr 2000 um über 80 Prozent reduziert werden. Bei Diesel-Pkw sind sie dagegen nur zu etwa 20 Prozent gesunken.“

Beim Feinstaub ein wenig anders:

„Zur Reduzierung der Feinstaubbelastung in Städten standen LKW und Busse besonders im Fokus der regionalen Luftreinhaltepläne. Die von ihnen hervorgerufenen Feinstaubemissionen machten hier mehr als 50 Prozent aller verkehrsbedingten Immissionen aus.“

Das ist ja nicht weiter überraschend, da LKW und Busse in der Regel mit Diesel fahren. Die Landwirtschaft ist natürlich auch ein großer Emittent, allerdings wohl weniger in urbanen Gebieten… Hinzu kommt, dass Dieselruss sich anders zusammensetzt als z.B. Staub aus der Landwirtschaft.

Der Diesel ist immer schuld.

Der arme… Ich denke aber, dass wir zumindest eine Teilschuld des Diesels etabliert haben. Mehr zu Emissionen von NOx Emissionen von Dieseln und Benzinern weiter unten.

Dabei drehte sich bislang doch alle Klimaanstrengung um den Dritten im Bunde, das Kohlendioxid. Da ist der Diesel vergleichsweise ein Musterknabe.

(Fast) korrekt. Methan anyone? (http://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar5/syr/SYR_AR5_FINAL_full_wcover.pdf)

Auch das will keiner mehr wissen.

Ach wirklich? Wie kommt der gute Mann auf diesen Schluss? Schauen wir doch mal was die Baumumarmer vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg dazu zu sagen haben (https://www.ifeu.de/verkehrundumwelt/pdf/VCD+IFEU(2001)_Bus-Bahn-Pkw_auf_dem_Umweltpruefstand.pdf):

“Der Diesel-Pkw war immer schon sparsamer als der Benziner, wurde aber wegen seiner hohen Schadstoffemissionen aus ökologischer Sicht kritisiert. Mit der Einführung eines Partikelfilters wird nach den hier betrachteten Umweltwirkungskategorien der Diesel-Pkw den Otto-Pkw einholen und je nach Gewichtung der klimarelevanten Emissionen auch knapp überholen können.”

Und alle zusammen: “DIESELHASSER! DIESELHASSER!”

Und die Autoindustrie benimmt sich wie ein Kaninchen vor der Schlange. Sie erweist sich als unfähig, gegen Polemisierung der Autogegner – allen voran der sogenannten Deutschen Umwelthilfe, die ein von Abmahnungen lebender Interessenverein ist – vorzugehen.

Das stinkt nach klassicher Ad Hominem Attacke. Im Übrigen auch wahrscheinlich nicht ganz korrekt. Laut Jahresbericht der DUH (http://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/DUH_Publikationen/Jahresberichte/DUH_Jahresbericht_2016.pdf) und unter ungünstigsten Annahmen aus Abmahnungen (alle Einnahmen aus Verbraucherschutz UND Zuweisungen von Justizbehörden) 32,3% der Einnahmen. 38% kommen aus Projektzuwendungen von Bund, EU und anderen Stiftungen. Nun ja. Im Übrigen scheint bei Herrn Appel z.B. der VDA über alle Zweifel erhaben. Da macht man auch gerne mit: https://www.mobilitaet-von-morgen.de/5-initiative/veraenderungen-sind-keine-bedrohung-sondern-eine-chance

Man gewinnt den Eindruck, dass sich da jemand seine zukünftigen Engagements sichern will…

Weil der Diesel nicht mehr zu retten ist?

Aus technischer Sicht und, ja, auch aus umweltpolitischer Sicht sind sein Fortbestehen und seine Weiterentwicklung wünschenswert. Feinstaub, keine Frage, stellt für den Menschen eine Gefahr dar. Kleinste Partikel werden nicht vollständig von den Schleimhäuten absorbiert und gelangen teilweise in die Lunge. Deshalb gibt es seit 2005 Grenzwerte in Europa, die mit Messstationen überprüft werden.

Aha. In die Lunge. Maximal. Halb so wild. Das UBA sagt (https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe/feinstaub):

„PM10 kann beim Menschen in die Nasenhöhle, PM2,5 bis in die Bronchien und Lungenbläschen und ultrafeine Partikel bis in das Lungengewebe und sogar in den Blutkreislauf eindringen. Je nach Größe und  Eindringtiefe der Teilchen sind die gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub verschieden. Sie reichen von Schleimhautreizungen und lokalen Entzündungen in der Luftröhre und den Bronchien oder den Lungenalveolen bis zu verstärkter Plaquebildung in den Blutgefäßen, einer erhöhten Thromboseneigung oder Veränderungen der Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystems (Herzfrequenzvariabilität).“

Wikipedia (https://en.wikipedia.org/wiki/Particulates#Size.2C_shape_and_solubility_matter):

“The smallest particles, less than 100 nanometers (nanoparticles), may be even more damaging to the cardiovascular system.[53] Nanoparticles can pass through cell membranes and migrate into other organs, including the brain. Particles emitted from modern diesel engines (commonly referred to as Diesel Particulate Matter, or DPM) are typically in the size range of 100 nanometers (0.1 micrometer). These soot particles also carry carcinogens like benzopyrenes adsorbed on their surface.”

Das hört sich ja nun schon unangenehmer an.

Die regelmäßige Auslösung von Feinstaubalarm erweckt den Eindruck, die Immissionen stiegen beständig.

Möglich, dass die Wahrnehmung so ist.

Das Gegenteil ist der Fall. Die Station in Deutschland, die mit Abstand die höchsten Werte ausweist, steht am Stuttgarter Neckartor. Dort wurde der Tagesgrenzwert im Jahr 2006 an 175 Tagen überschritten, 2015 waren es 72 Tage. Der Mittelwert sank in dem Zeitraum von 55 auf 37 Mikrogramm und erfüllt damit den Grenzwert.

Weniger Grenzwertüberschreitungen sind korrekt. Die Grenzwerte sind aber auch nicht nur auf den Jahresmittelwert gemünzt. Könnte hiermit zusammenhängen (Zitat aus Wikipediaartikel oben): „Short-term exposure at elevated concentrations can significantly contribute to heart disease, as recently described in a 2016 study.”

Im Übrigen:

close this window

Erwischt. Beim NO2 sieht es auch im Jahresmittelwert vergleichsweise übel aus. Cherry picking anyone? Selbst, wenn man keine böse Absicht aufgrund der Kuschligkeit zwischen Herr Appel und der Autoindustrie unterstellt, dann wahrscheinlich doch ein klarer Fall von confirmation bias (https://en.wikipedia.org/wiki/Confirmation_bias)…

Wer auf den Diesel zeigt, erwischt zudem den Falschen. Er fährt schon lange ohne Ruß und mit Partikelfilter.

Aha. Dies für neue Diesel, nicht für alte. Damit ist im Übrigen das NOx Problem noch nicht gelöst.

Andere wichtige Quellen für Schadstoffe beachten

Keine schlechte Idee. Das Problem wird sich nicht nur durch Eingriffe im Verkehrssektor lösen lassen.

Hinzu kommt, dass die meisten Privatautos morgens ein paar Kilometer in die Stadt einfahren und abends wieder raus. Wer wirklich etwas bewegen will, muss ältere Diesel, die täglich weite Strecken in der Stadt zurücklegen, aus dem Verkehr ziehen. Also Taxen, Busse, den Lieferwagen für den Rewe-Markt. Doch da traut sich offenbar kein Politiker ran

Granted. Aber was geht mit NOx? Zu dem Thema kommt er gleich. Sicherlich wird er da anerkennen, dass die Diesel-PKW ein Problem sind… 😉

Und zur Wahrheit gehört auch, dass das Auto bei weitem nicht der einzige Verursacher ist. Es gibt Fachleute, die halten mit guten Argumenten eine U-Bahn-Haltestelle wegen des Bremsenabriebs für den in Bezug auf Feinstaub gefährlichsten Ort in der Stadt. Aber Waggons sind ebenso unattraktive Gegner wie Lokomotiven, Bagger, Kamine oder das Silvesterfeuerwerk.

Das ist etwas schwieriger nachzuvollziehen. Ich nehme an er meint den Quarzsand, der beim Bremsen auf die Gleise kommt? Silvesterfeuerwerk? Really? Ein Literaturüberblick hier (ohne beurteilen zu können, ob der was taugt): https://ai2-s2-pdfs.s3.amazonaws.com/40fc/d6871373cdb37eaf3b73476a14b63ba0c148.pdf

Das riecht nach dem sprichwörtlichen roten Hering…

Mit Stickoxid verhält es sich ähnlich. Die meisten kursierenden Messwerte sind mit Autos der Abgasstufe Euro 5 erzielt worden. Solche dürfen schon seit Herbst 2015 nicht mehr als Neuwagen zugelassen werden. Längst gilt die deutlich strengere Stufe 6b, mit der der Grenzwert von 180 auf 80 Milligramm je Kilometer gefallen ist. Deshalb werden sie von Einfahrverboten ausgenommen, nur merkt das in der Hysterie keiner. Die Motoren sind mit speziellen Katalysatoren ausgestattet, zusätzlich wird in schweren Fahrzeugen Harnstoff eingespritzt. Die aufwendige Technik macht einige der so beliebten SUV sauberer als manchen Kleinwagen.

Aha. Die Grenzwerte sinken. Das ist ja schön, gut und richtig. Und ganz sicher werden die auch eingehalten? Wobei, ich meinte, da letztens was gelesen zu haben…

Schauen wir mal was Herr Dr. Pöhler vom Institut für Umweltphysik der Uni Heidelberg zu sagen hat (Bericht Sachverständigenanhörung Untersuchungsausschuss Bundestag, https://www.bundestag.de/blob/438862/1a2adf1d2606035ebde5fea4da1b8207/sv_2_poehler-data.pdf):

nox-diesel-benziner

Aha. Der schöne Grenzwert wird nicht eingehalten. Wen glaubt der eigentlich hier für dumm verkaufen zu können?

Noch ein Beispiel (http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.grenzwerte-ueberschritten-daimler-drosselt-abgasreinigung-stark.7301515d-8d1c-4a05-b6dc-df444f2ece50.html):

“Der Wagen (220 d mit Euro-6-Norm) habe auf dem Prüfstand der niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) „sensationell gute Werte geliefert“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch am  Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Stuttgart.

Im Fahrbetrieb bei 7 bis 9,5 Grad Celsius habe der Wagen dann aber die „mit Abstand höchsten Schadstoffwerte“ gebracht. Gemessen wurde der Stickoxidausstoß. Zulässig sind beim Diesel 80 Mikrogramm pro Kilometer. Die C-Klasse Euro 6 emittierte bei Stadtgeschwindigkeiten zwischen 30 und 60 Kilometer pro Stunde bis zu 1250 Mikrogramm. Bei konstanten 150 Kilometer pro Stunde wurde der Spitzenwert von rund 2100 Mikrogramm erreicht.

Nicht nur die etwa 25-fache Überschreitung findet Resch bemerkenswert, sondern auch die Tatsache, dass Daimler Abweichungen vom Emissionsgrenzwert einräumt. Ursache sei aber kein „Defeat Device“, also eine Funktion wie bei VW-Modellen in den USA, die die Reinigung komplett ausschaltet.”

Finde ich auch bemerkenswert. Aber wir dürfen ja nicht vergessen, dass die Deutsche Umwelthilfe böse ist und die doofen Nerds aus Heidelberg einem den Spaß verderben wollen.

Stimmungsmache gegen das Auto an sich

Nun emittieren Verbrennungsmotoren auch das vermeintliche Treibhausgas Kohlendioxid.

 VERMEINTLICH?!??!?!! VERMEEIIIIINTLIIIICH?!?!?!? http://www.ipcc.ch/

Erinnert an amerikanische Verhältnisse (Vorsicht, Link geht zu O’Reilly Factor + Trump, also nichts für schwache Nerven): https://www.youtube.com/watch?v=uGEzFbRl-g8

Es steht im Zentrum des in Paris ratifizierten Klimaschutzplans. Für dessen Einhaltung spielt der sparsame Diesel mit Direkteinspritzung, wie er seit 1989 auf dem Markt ist, eine entscheidende Rolle. Seine Verbrennung ist weitaus effizienter, Verbrauch und CO2-Ausstoß liegen um rund 20 Prozent unter dem eines Benziners.

Das ist korrekt.

Dieselfahrzeuge von den Straßen zu verbannen wäre also eine Sabotage des Klimaschutzplanes. Zu Recht weist die Industrie darauf hin, dass es mit sinkendem Verkaufsanteil des Diesels und neuen, an das tatsächliche Fahrverhalten angelehnten Verbrauchsmessungen schwierig oder gar unmöglich sein wird, den von 2020 an geltenden Grenzwert von 95Gramm CO2 je Kilometer einzuhalten. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Industrie dafür attackiert wird.

Mir kommen die Tränen. Schauen wir mal. Laut EU-Kommission (https://ec.europa.eu/clima/policies/transport/vehicles/cars_en):

“By 2021, phased in from 2020, the fleet average to be achieved by all new cars is 95 grams of CO2 per kilometre.

This means a fuel consumption of around 4.1 l/100 km of petrol or 3.6 l/100 km of diesel.”

Das mag in der Tat ein wenig utopisch sein, zumindest bei der Größe der z.Z. in der Regel verkauften Autos und nur mit Verbrennern. Aber unsere Chefinnovatoren und Stützen der Gesellschaft von der deutschen Autoindustrie werden das schon wuppen 😉

All das legt den Verdacht nahe, dass es den sich Gehör verschaffenden Aktionisten nur vordergründig um den Diesel geht.

Dahinter steht die Ablehnung des Autos, des für persönliche Freiheit stehenden Individualverkehrs als Ganzes.

Möglich. Wahrscheinlich? Die  BaWü-CDU möchte den Individualverkehr abschaffen? FREIE FAHRT FÜR FREIE BÜRGER sonst droht der Untergang des Abendlandes. Oder so.

Schon jetzt ist dem in dieser Technologie führenden Standort Deutschland beträchtlicher Schaden zugefügt worden. Wer überlegt, einen neuen Diesel zu kaufen: Aus technischer Sicht ist das eine gute Idee.

Diesen Punkt kann ich nicht nachvollziehen. Ist dem so? Warum? Man kriegt ja auch das, was auf der Verpackung steht….

Angesichts der auf öffentliche Strömungen achtenden Politik womöglich nicht. Minister und Kanzlerin sollten auf die Stimmungsmache nicht hereinfallen. Es wäre, obgleich es unpopulär klingen mag, Zeit für ein Bekenntnis.

Bekenntnis wozu? Warum? Zur Autoindustrie welche sich durch ehrliches und am Gemeinwohl ausgerichtetes Verhalten hervortut? Zum Diesel? Anzunehmen, aber warum genau? Weil das vermeintliche Klimagas CO2 nun doch wieder am wichtigsten ist? Wie wäre es mit Elektroautos und dazu ein sinnvoller Strommix? Evtl. mal den Astralleib auf’s Fahrrad schwingen? Oder, Gott bewahre, mit dem Pöbel im ÖPNV fraternisieren?

Ich bekenne mich in jedem Fall in diesem Sinne zur deutschen Wurst:

https://docdsbraindump.files.wordpress.com/2017/03/12937-82c1b92afa.jpg?w=1000

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s